Winterzeit heißt Kleiderspendenzeit!

November 12, 2019 in Allgemein

Es ist wieder einmal so weit: Die Tage werden kürzer, dunkler und immer kälter und wir alle packen wieder unsere dicken Mäntel, Winterschals und Bommelmützen aus. Doch nicht jede*r hat das Glück, auf einen üppig gefüllten Kleiderschrank zurückgreifen zu können. Deswegen sammeln wir den Rest der Hinrunde über alle Klamotten, die Ihr so erübrigen könnt. Besonders benötigt werden allerdings Herren-Winterbekleidungsstücke. Aber auch Zelte, Schlaf- und Rucksäcke, Iso-Matten sowie alles weitere, was Menschen wärmend durch die Nacht auf der Straße bringt. Auch gut schließende Tupperdosen sind gefragt.

Bringt Eure Kleider- und Sachspenden einfach bei den Heimspielen am 23.11., 08.12. und 17.12. zum »Caillera«-Stand vor dem Ostkurvensaal. Wir stellen diese dann den Bremer Suppenengeln zur Verfügung. Der Bremer Suppenengel e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, dessen Ziel es ist, hilfsbedürftige Personen in sozialen Notlagen zu unterstützen. So gibt es mehrfach in der Woche warme Mahlzeiten und frische Salate sowie das Angebot der Unterstützung beim Umgang mit den Behörden oder der Beratung zur Bewältigung von Krisensituationen. Aber auch die Ausgabe von Kleiderspenden und weitere Hilfsangebote zur kalten Jahreszeit werden durch die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen abgedeckt.

Durchwühlt noch einmal fix euren Kleiderschrank und schaut, was ihr so an warmer Winterkleidung entbehren könnt, damit auch in diesem Winter möglichst wenige unserer Mitmenschen frieren müssen.

Caillera Ultras

Stellungnahme zu den Vorkommnissen am Mittwoch

November 2, 2019 in Allgemein

Der Angriff durch die Polizei in der ersten Halbzeit des DFB-Pokalspiels gegen Heidenheim hat mehrere Verletzte gefordert. Zwei Protest-Banner, die sich gegen den Verkauf der Namensrechte des Weserstadions richten, wurden von den staatlichen Repressionsorganen und dem Ordnungsdienst geraubt.

Aufgrund der Vorfälle war es uns und den anderen Ultràgruppen nicht möglich unsere Mannschaft weiter zu unterstützen. Wir sind traurig und wütend über diesen Umstand. Das brutale Vorgehen der Polizei ist ein direkter Angriff auf das fanpolitische Engagement der Fanszene und die Meinungsfreiheit in unserem Stadion, den wir nicht unbeantwortet lassen konnten. Für uns gibt es nichts Schöneres als in der Kurve zu stehen und unseren SV Werder anzufeuern. Gleichzeitig sind wir keine Dienstleister*innen in Sachen Unterstützung der Mannschaft, die sich alles gefallen lassen. Am vergangenen DFB-Pokalabend blieb uns daher keine andere Wahl als die schmerzhafte Entscheidung zu treffen den Tifo einzustellen und das Stadion zu verlassen.

Aus dem Vorfall ergeben sich für uns einige Fragen, die zeitnah zu klären sind. In erster Linie erwarten wir von der Geschäftsführung des SV Werder eine Antwort darauf, wer den Einsatz veranlasst hat. Hat sich die Polizei wiederholt über das Hausrecht des SV Werder hinweggesetzt oder will die Geschäftsführung den Protesten gegen den Verkauf des Stadionnamens ein Ende mit Schrecken setzen? Welche Rolle spielt der Käufer der Namensrechte des Weserstadions bzgl. des Vorgehens des Ordnungsdienstes und der Polizei?

Zu sprechen sein wird auch über die Stadionmoderation, deren Appell nach unserem Verlassen des Stadions Bände spricht und Konsequenzen haben wird. Fingerspitzengefühl und Objektivität ließen auch die Twittermeldungen der PR-Abteilung vermissen: parallel zu den Vorfällen wurden Falschmeldungen veröffentlicht, die das Potential hatten, die Situation weiter eskalieren zu lassen. So wurde behauptet es habe Angriffe auf Unbeteiligte und Ordner durch Ultras gegeben. Obwohl inzwischen offizielle Mitarbeiter des Vereins erklärt haben, dass es zu keinen Angriffen dieser Art gekommen ist, hat die Social-Media-Abteilung die Meldungen nicht richtiggestellt.

Ein trauriger Nebenaspekt der Geschehnisse ist die Reaktion von Teilen der Ostkurve auf unsere Entscheidung das Stadion zu verlassen. Häme und Gesten des Triumphes brachen sich Bahn. Diese Reaktionen überraschen uns nicht. Wir kennen die Pfeifkonzerte gegen die Mannschaft aus dem Oberrang, wenn es sportlich nicht gut läuft und vergessen auch in besseren Zeiten nicht, wozu ein Teil des Publikums fähig ist. Diese Klientel pöbelte am Mittwoch gegen die Ultràszene. Enthusiasmus entwickeln diese Wutfans nur dann, wenn sie sich echauffieren können. Wir wissen seit vielen Jahren, dass es mit diesen Leuten keine gemeinsame Basis gibt. Viele Versuche der Ansprache sind gescheitert. Es ist bezeichnend, dass es außerhalb des Ultràspektrums kaum ernstzunehmende Organisierung von Werder-Fans gibt. Anstatt sich für Grün-Weiss zu engagieren und sich konstruktiv mit der Ultràszene zu beschäftigen, kriegen diese traurigen Reliquien einer längst vergangenen, schlechteren Zeit vor allem dann das Maul auf, wenn es etwas zu motzen gibt.

Bedanken möchten wir uns für die Solidarität und Unterstützung vieler Werder-Fans. Einige haben sich uns beim Verlassen des Stadions angeschlossen oder aufbauende Worte mit auf den Weg gegeben. Schön, dass ihr da seid! Ein großes Dankeschön auch an die Ultras aus Heidenheim, die sich solidarisierten.

Infamous Youth und Caillera Ultras im November 2019

Sonderzug nach München!

Oktober 24, 2019 in Allgemein

Moin Werderfans,

zum Auswärtsspiel nach München – am 14.12.2019 – rollt erneut ein Sonderzug!

Die Tickets hierfür gibt es ab dem Pokal-Heimspiel gegen Heidenheim am OKS (Ostkurvensaal).
Die Abfahrtszeit wird bei ca. 5 Uhr liegen.

Preise:

  • Zugticket inkl. Eintrittskarte | 90€

Bei Fragen stehen wir selbstverständlich zur Verfügung.

Weitere Infos folgen.

Infamous Youth
UltrA-Team Bremen
Intesa Verde
Caillera

Gegen Nazis und Repression – Solidarität mit den Verdener Sechs!

September 17, 2019 in Allgemein

Bremen, Verdener Straße, 19. April 2015. Werder Bremen führt im nahegelegenen Weserstadion gegen den Hamburger SV mit 1:0. Wenige Minuten vor Abpfiff machen sich ca. 15 antifaschistische Werder-Ultras auf den Weg zum Weserstadion. Sie hatten das Spiel aufgrund von Stadionverboten, die sich später größtenteils als unberechtigt erweisen sollten, in einer Kneipe schauen müssen. Auf dem kurzen Fußmarsch zum Stadion kommen sie an einer anderen Gaststätte vorbei, dem Verdener Eck. Im und am Verdener Eck befinden sich an jenem Tag zahlreiche Nazis aus der Hooligan-Szene, darunter bundesweit bekannte Gestalten wie Hannes Ostendorf (Sänger „Kategorie C“) und Marcel Kuschela (HoGeSa). In der Werder-Fankurve können sich die Nazis längst nicht mehr blicken lassen. Dank Werders Ultra-Gruppen, die mit dem Rückhalt der übrigen Fanszene die rechten Hooligans aus dem Stadion vertrieben haben.

An diesem Tag sind die ca. 15 Ultras am Verdener Eck aber klar in der Unterzahl und versuchen, rasch an den Nazihools vorbeizukommen. Dennoch werden sie nach einer kurzen Pöbelei angegriffen. Zum eigenen Schutz begeben sie sich zum nur rund 200 Meter entfernten Weserstadion. Dort werden sie von der Polizei empfangen und eingekesselt. Die übrigen Ultras strömen derweil aus der Ostkurve vor das Stadion, um ihren Freund*innen beizustehen. Sie sammeln sich an der Kreuzung zur Verdener Straße und warten darauf, dass die Polizei den Kessel auflöst. Kaum ist dies geschehen, treibt die Polizei zig Ultras in einer brutal mit Schlagstock und Pfefferspray durchgesetzten „Sprinträumung“ von der Kreuzung in die Verdener Straße hinein. Geradezu in die Arme der Nazi-Hooligans, die teilweise immer noch im und am Verdener Eck warten. Es kommt, wie es kommen musste.

Im Zuge der Auseinandersetzung greift sich ein Hooligan eine leere Bierkiste und streckt damit einen Ultra nieder. Ein Anwohner filmt, wie dieser Hooligan daraufhin von Freunden des niedergestreckten Ultras gestellt wird. Diese Aufnahme wird den Beteiligten schließlich zum Verhängnis. Einer von ihnen, Valentin, wird ein Jahr später nach langer Untersuchungshaft zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. Alles zu diesem Prozess und zu der fast beispiellosen Solidaritätswelle für Valentin könnt ihr auf der damals eingerichteten Soli-Internetseite nachlesen. Der letzte Eintrag dort vom 28. Juni 2016 endet mit den Worten:

Unsere Arbeit ist noch lange nicht vorbei! Es werden weiterhin immense Kosten aus dem jetzigen Verfahren auf uns zu kommen, aber auch die kommenden Verfahren werden einiges an Kohle beanspruchen!

Genau an diesem Punkt befinden wir uns jetzt. Denn mittlerweile sind auch die Strafverfahren der sechs anderen Ultras abgeschlossen, die nach Ansicht der Bremer Justiz an der Auseinandersetzung mit dem Bierkisten-Hooligan beteiligt waren. Lange Zeit stand ihre berufliche und finanzielle Existenz auf dem Spiel, denn Polizei und Staatsanwaltschaft hatten den Vorfall nach haarsträubend einseitigen Ermittlungen zu einem Schwerverbrechen hochstilisiert. Nur weil es der Verteidigung gelang, selber wichtige Beweismittel wie eine Videoaufnahme des Schlags mit der Bierkiste in das Verfahren einzubringen, konnte dem Gericht letztlich ein halbwegs realistisches Bild vom tatsächlichen Geschehen vermittelt werden. So wurde am Ende nur einer der sechs wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung verurteilt und muss eine Geldstrafe in Höhe von 90 Tagessätzen á 30 Euro berappen. Die Verfahren gegen die anderen fünf wurden jeweils gegen Geldauflagen von bis zu 5.000 Euro gemäß § 153a StPO eingestellt. Zu diesen Strafgeldern hinzu kommen natürlich noch Anwalts- und Gerichtskosten in beträchtlicher Höhe. Nach einigen Soli-Partys und einer T-Shirt-Aktion ist somit aktuell noch ein Betrag von rund 17.500 Euro offen.

Auf diesen Kosten sollen die Verdener Sechs nicht sitzen bleiben. Denn die Auseinandersetzung, aufgrund derer sie verurteilt wurden, gehört letztlich zu einem politischen Konflikt mit Nazi-Schlägertypen, den auszutragen eine Notwendigkeit war und bleibt. Davon profitieren wir alle, die wir in den Fankurven und anderswo Orte vorfinden wollen, an denen ein respektvoller und solidarischer Umgang untereinander herrscht und wo es egal ist, welche geschlechtliche oder sexuelle Identität man hat, wo man herkommt, welche Hautfarbe und welchen Schulabschluss oder wie viel Kohle man hat. Darum zeigt euch solidarisch mit den sechs antifaschistischen Bremer Ultras und helft mit eurer Spende, sie von den hohen Kosten zu entlasten. Solidarität ist unsere Stärke!

Nutzt dazu einfach das folgende Spendentool oder überweist direkt auf unser Konto:

Kontoinhaber: Grün-Weiße Hilfe e. V.
IBAN: DE19430609672039046400
BIC: GENODEM1GLS
Verwendungszweck: Verdener Sechs